Lebensversicherung Steuer absetzen 2018 für 2019

Wer eine Lebensversicherung abschließen möchte, sollte nicht nur die Beiträge genau kalkulieren. Lebensversicherungen unterliegen nämlich auch der Besteuerung. Wieviel man letztendlich ausgezahlt bekommt, hängt demnach auch davon ab wie viel Steuer abgeführt werden muss. Grundsätzlich muss diese für alle Lebensversicherungen bezahlt werden, die ab dem 1. Januar 2005 abgeschlossen wurden. Auf die Frage „Zahle ich für meine Lebensversicherung Steuern?“ lautet die Antwort also ganz klar „Ja“, vorausgesetzt, dass die Versicherung nicht im Jahr 2004 oder davor abgeschlossen wurde. Aber auch dann können unter Umständen Steuern anfallen.

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Lebensversicherung Steuer- nur vor 2005 komplett steuerfrei-Details

Lebensversicherung Steuer absetzen

Lebensversicherung Steuer absetzen

Auch wenn die Lebensversicherung vor dem ersten Januar 2005 abgeschlossen wurde, gilt es bestimmte Anforderungen zu beachten, damit die Versicherung steuerlich nicht relevant ist. Diese sind nach§ 20 Abs. 1 Nr. 6 EStG 2004:

  • Die Laufzeit muss mindestens zwölf Jahre betragen
  • Mindestens fünf Jahre müssen Beiträge eingezahlt worden sein
  • Die Todesfallsumme muss mindestens 60 Prozent der Beiträge betragen

Wer einen neuen Vertrag abschließt, muss mit Steuern rechnen

Anders sieht das ganze aus, wenn die Versicherung nach diesem Stichtag abgeschlossen wurde. Wer im Jahr 2013 eine Lebensversicherung abgeschlossen hat, muss leider mit der Besteuerung seiner Versicherungsleistungen rechnen. Auch 2014 wird sich das nicht ändern. Es gibt aber sehr unterschiedliche steuerliche Regelungen, abhängig davon ob am Ende die Vertragslaufzeit eine Einmalzahlung oder eine Rente gewählt wird.

Bei Auszahlung ist nur Gewinn steuerpflichtig

Wichtig ist: Die Steuern werden nur auf den Ertrag fällig. Der Ertrag errechnet sich aus der Differenz der einbezahlten Beiträge und dem, was letztendlich ausgezahlt wird. Das heißt, alles was bei der Auszahlung über der Summe der zuvor gezahlten Beiträge liegt, muss versteuert werden. Doch auf die Frage: „Muss man immer die volle Steuer zahlen?“ kann man glücklicherweise antworten, dass es auch Ausnahmen gibt.

  • Die wichtigsten Steuerarten
  • Ertragssteuern
    Verkehrssteuern
    Besitzsteuern
    Körperschaftsteuer
    Gewerbesteuer
    Einkommensteuer
    Kapitalertragsteuer
    Versicherungssteuer

Niedrigere Versteuerung ist möglich

Die wichtigste Ausnahme regelt der Paragraph 20 Abs. 1 Nr. 6 Satz 1 Einkommenssteuer Gesetz. Dieser besagt, dass die Erträge nur zur Hälfte besteuert werden, wenn gewisse Voraussetzungen erfüllt werden. Diese sind:

  • Das Geld wird erst nach der Vollendung des 60. Lebensjahrs ausbezahlt (Seit dem 1. Januar 2012: 62. Lebensjahrs)
  • Der Vertrag weist mindestens eine Laufzeit von 12 Jahren auf (§ 20 Abs. 1 Nr. 6 Satz 2 EStG)

Ist dies nicht der Fall, wird der Staat die Steuer auf den vollen Gewinn einheben. Im Todesfall ist die ausbezahlte Versicherungsleistung übrigens steuerfrei (unter Umständen kann aber Erbschaftsteuer anfallen!)

Steuer über die Steuererklärung zurückbekommen

Für die begünstigten Neuverträge (also diejenigen, bei welchen nur die Hälfte des Ertrags versteuert wird) fällt der persönliche, individuelle Steuersatz an. Voll steuerpflichtige Verträge werden seit 2009 mit dem Abgeltungssteuersatz von 25 Prozent besteuert. Dieser fällt auch erst bei Auszahlung, nicht aber während der Ansparphase an. Da die Versicherer die Abgeltungssteuer bei allen Lebensversicherungen pauschal vom kompletten Gewinn abziehen, müssen Inhaber von steuerbegünstigten Verträgen die zuviel abgeführte Steuer über die Einkommenssteuererklärung vom Fiskus zurück fordern.

Die höchsten Steuern nach Ländern für Ehepaare laut OECD

  • Türkei 25.9 27.9
    Dänemark 25.3 35.8
    Finnland 24.7 30.2
    Niederlande 24.6 30.4
    Griechenland 23.7 26
    Norwegen 22.5 27.6
    Deutschland 21.7 39.9
    Belgien 20.7 40.5
    Italien 19.3 31.2
    Österreich 19.1 32.4
    Schweden 18.8 25
    Island 18.6 28.7
    Frankreich 18.2 29.2
    Großbritannien 18.1 23.4
    Lettland 16.8 29.4
    Japan 16.3 22.3
    Australien 16.1 24.4
    Israel 15 17.7
    Ungarn 14.5 33.5
    USA 14.2 26
    OECD 14 25.5
    Spanien 13.9 21.1
    Slowenien 12.3 33.7
    Korea 12.2 14.5
    Portugal 11.9 27.5
    Mexiko 11.2 11.2
    Slowakei 7.8 23.5
    Chile 7 7
    Neuseeland 6.4 18.1
    Luxemburg 5 29.1
    Estland 4.8 18.4
    Schweiz 3.5 16.9
    Kanada 1.2 22.8
    Irland 1.2 19.4
    Tschechien 0.7 24.1
    Polen -4.8 25.1

Verbände und Vereine zum Thema Steuern

  • Steuerberaterverband Berlin-Brandenburg
    Deutscher Steuerberaterverband e.V.
    LAB Lohnsteuerhilfeverein e.V.
    Lohnsteuerhilfeverein Vereinigte Lohnsteuerhilfe e.V.
    LBB e. V. – Lohnsteuerhilfeverein für Ihre Steuererklärung
    Lohnsteuerhilfeverein Unitax Berlin e.V.

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Regeln gelten nur bei einmaliger Auszahlung

Die bisher beschriebenen Regeln gelten dabei sowohl für die Kapitallebensversicherung als auch für die Rentenversicherung, wenn die Versicherung die Leistung einmalig ausbezahlt (die sogenannte Kapitalauszahlung). Wer ungefähr die Höhe dieser Auszahlungen und der anfallenden Steuern abschätzen will, für den haben die Finanzexperten von Focus Money folgende Beispielrechnung aufgestellt:

Einmalauszahlung

EinmalauszahlungAuszahlung vor 60 (Beträge in Euro)Auszahlung ab 60 (Beträge in Euro)
Vermögen nach 30 Jahren120.000120.000
davon gezahlte Beiträge36.00036.000
steuerpflichtige Auszahlung84.00042.000
Steuern (25/30 Prozent)21.00012.6000
Auszahlung netto99.000107.400

Lebensversicherung von der Steuer absetzen

Früher war es möglich Beiträge für Kapitallebensversicherungen sowie Rentenversicherung steuerlich geltend zu machen. Dies ist heute nur noch für eine bestimmte Art der Altersvorsorge, nämlich die sogenannte Riester- oder Rürup-Rente möglich, da diese zu den geförderten Sparformen gehören. Dies gilt übrigens auch für die fondsgebundenen Verträge. Bis zu 2.100 Euro im Jahr sind im Rahmen einer Riester- oder Rürup-Rente absetzbar.

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Fondsgebundene Lebensversicherung nicht steuerlich absetzbar

Fondsgebundene Lebensversicherungen, die nicht unter die Riester- oder Rürup-Rente fallen, können hingegen nicht als Sonderausgaben geltend gemacht werden. Dies war immer den kapitalbildenden Lebens- und Rentenversicherungen vorbehalten, gilt aber nur noch unter oben aufgeführten Einschränkungen. Es gibt jedoch eine Ausnahme.

Versicherungsart (§ 4, 5, 6 VersStG) Steuersatz ab 1. Juli 2010 Steuersatz 2006

  • Allgemeiner Steuersatz 19,00 % 16,00 %
  • Feuer- und FBU-Versicherung 13,20 % 11,00 %
  • Feuerversicherung 13,20 %
  • Gebäudeversicherung mit Feueranteil 16,34 % 14,75 %
  • Gebäudeversicherung ohne Feueranteil 19,00 %
  • Hausratversicherung 19,00 % 15,00 %
  • Hausratversicherung mit Feueranteil 16,15 %
  • Sachversicherungen ohne Feueranteil 19,00 %
  • Unfallversicherung 19,00 %
  • Unfallversicherung mit Prämienrückgewähr 3,80 % 3,20 %
  • Krankenversicherung 0,00 %
  • Lebensversicherung 0,00 %
  • Rentenversicherung 0,00 %
  • Hagelversicherung 0,02 %
  • Seeschiffskaskoversicherung 3,00 % 2,00 %

Risikolebensversicherung Steuer absetzen

Die sogenannten Risikolebensversicherungen können jedoch nach wie vor als Vorsorge steuerlich abgesetzt werden, das garantiert § 10 Abs. 1 Nr. 3a Einkommensteuergesetz. Risikolebensversicherungen sichern die Hinterbliebenen im Todesfall ab. Stirbt der Hauptverdiener, so bekommen diese die Versicherungssumme ausbezahlt. Erlebt dieser das Vertragsende, wird jedoch gar kein Geld ausgezahlt, der Versicherungsschutz erlischt. Die Risikolebensversicherung ist als Vorsorgeaufwendung bis zu einem Maximalbetrag von 1.900 Euro pro Jahr als Sonderausgabe steuerlich absetzbar.

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Bei der Auszahlung als Rente gelten günstigere Regelungen

Wer sich bei der Lebens- oder Rentenversicherung für die Auszahlung als Rente (statt einer einmaligen Auszahlung der Versicherungssumme) entscheidet, für den gelten andere steuerliche Regelungen. Da die Politik diese Auszahlungsform besonders unterstützt, hat der Staat hier einen – für den Versicherungsnehmer sehr günstigen – Ertragsanteil gesetzlich festgeschrieben. Nur dieser wird in Höhe des individuellen Steuersatzes des Versicherten versteuert. Dieser Ertragsanteil richtet sich nach dem Alter des Versicherten zum Zeitpunkt der ersten Zahlung und bleibt über die gesamte Laufzeit der Zahlungen konstant.

Alter555760626364656768
Ertragsanteil in Prozent262422212019181716

Im Todesfall keine Einkommenssteuer

Die Ausbezahlung von einer Risikolebensversicherung im Todesfall ist grundsätzlich einkommenssteuerfrei. Gleiches gilt für die Kapitallebensversicherung. Was allerdings anfallen kann, ist die Erbschaftssteuer. Hier gelten bestimmte Freibeträge für das gesamte Erbe. Werden diese überschritten, verlangt der Staat Erbschaftssteuern. Die Lebensversicherung muss nach § 33 ErbStG und § 7 ErbStDB die Auszahlung dem Finanzamt melden, dieses erhebt dann unter Umständen die Erbschaftssteuer.

Erbschaftssteuer kann sehr hoch sein

Gerade für nicht verheiratete Paare können dabei Nachteile entstehen. Denn: Während Verheiratete hohe Freibeträge zugesprochen bekommen, nämlich 500.000 Euro, sind es bei nichtverheirateten Paaren (aber auch bei Geschwistern oder Geschäftspartnern) nur 20.000 Euro. Beträgt die Leistung im Todesfall beispielsweise 200.000 Euro, sind 90 Prozent der Summe erbschaftssteuerfällig. In diesem Fall könnte das über 50.000 Euro an Steuern bedeuten, die die bezugsberechtigte Person zahlen muss.

Durch einen Trick Erbschaftssteuer vermeiden

Es gibt aber einen sehr einfachen Trick, wie man das vermeiden kann. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung rät hier zu sogenannten gekreuzten Lebensversicherungen, die sich besonders für Paare rentieren: Hier wird nicht das eigene, sondern das Leben des Partners oder der Partnerin versichert. Versicherte Person ist damit der/die andere. Versicherungsnehmer ist man aber selbst. Somit gehört die Lebensversicherung nicht zur Erbmasse, eine Erbschaftssteuer fällt nicht an.

Rückkauf oder Verkauf der Police

Wer dringend Geld benötigt und überlegt seine Lebensversicherung zu kündigen, hat zwei Möglichkeiten:

  1. Die Police kann zurückgegeben bzw. gekündigt werden. Das ist der sogenannte Rückkauf. Der Versicherungsnehmer gibt die Police an den Versicherer zurück und bekommt dann den Rückkaufswert.
  2. Oder der Versicherungsnehmer entscheidet sich, die Police weiterzuverkaufen. Dafür gibt es einen eigenen Markt und viele Unternehmen, die dafür Angebote bereithalten.

Egal für welchen Weg man sich entscheidet, auch hier können natürlich Steuern anfallen.

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Steuerfrei kündigen nur unter bestimmten Voraussetzungen in 2018

Altverträge (also diejenigen, die bis Ende 2004 geschlossen wurden) bleiben, insofern sie die Mindestlaufzeit erfüllen, beim Rückkauf steuerfrei. Alle anderen Lebensversicherungen werden mit der Abgeltungssteuer von 25 Prozent versteuert. Ausnahme bilden auch hier die Verträge, die zum Zeitpunkt der Kündigung schon zwölf Jahre laufen. Für diese berechnet Vater Staat nur auf die Hälfte des Gewinns Abgeltungsssteuer. Auch bei der Baufinanzierung stehen die Konditionen gut.

 

Stiftung Warentest: Vorsicht beim Verkauf

Ein Verkauf von Altverträgen kann erst nach 12 Jahren Laufzeit steuerfrei erfolgen. Für alle anderen Lebensversicherungen gilt die Abgeltungssteuer von 25 Prozent. Auch wenn der Verkauf meist lohnenswerter ist als die Rückgabe, warnt Stiftung Warentest vor unseriösen Anbietern:
„Es gibt Anbieter, die den Steuervorteil kassieren. Andere kündigen den Vertrag, zahlen aber nur einen Teil des Kaufpreises auf einen Schlag aus. Oder sie halten den Kunden hin.“
Wer dennoch überlegt, seine Lebensversicherung zu verkaufen dem rät Stiftung Warentest zum Vergleich der Anbieter und zum Studium des Kleingedruckten, da dort oft für den Kunden nachteilige Regelungen versteckt werden.

Lebensversicherung Steuer absetzen 2018 für 2019

Wer sich also eine Lebensversicherung auszahlen lassen will oder diese verkaufen möchte, sollte darauf achten, dass in vielen Fällen der Gewinn (nach Abzug der gezahlten Beiträge) versteuert wird. Dabei gibt es für bestimmte Lebensversicherungen allerdings Ausnahmen. Hier gilt die Besteuerung nur für einen Teil der erzielten Gewinne. Glücklich ist, wer keine Steuer zahlen muss, weil er seine Lebensversicherung vor dem Jahr 2005 abgeschlossen hat und alle Voraussetzungen erfüllt. Steuerlich absetzen lassen sich Lebensversicherungen heute kaum noch. Im Todesfall kann für die Hinterbliebenen eine Erbschaftssteuer anfallen. Trotz dieser Steuern werden viele Deutsche auch im Jahr 2017 eine Lebensversicherung abschließen, denn diese Versicherung erfreut sich als Altersvorsorge immer noch sehr großer Beliebtheit. Mehr zum Thema auch unter https://www.lebensversicherung-testberichte.de/lebensversicherung-vergleich/.

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